Nasty weather in a nutshell. The function and handling of bad weather in pre-modern short epics

Session im Rahmen des IMC Leeds 2021 am 05.07.2021 (virtuell)

Nasty weather is – in a pre-modern understanding – meaningful, a sort of communication between micro- and macrocosm. This big idea receives a very concise form in German short epics dealing with nasty weather: Similar to a burning lense, pre-modern short epics are telling about the cosmological correspondence between nasty weather, god, and human kind in the smallest spaces. Inconspicuous occurances are meeting the big picture – a fascinating imbalance.

Speaker a)          Alyssa Steiner: „It’s Always Sunny in Narragonia – Meterological Foolishness in Sebastian Brant’s Ship of Fools“

Speaker b)          Silvan Wagner: „Behave yourself in bad weather! The fable „Affe und Esel“ and it’s versions of correspondence between micro- and macrocosmos.“

Speaker c)          Raoul Du Bois: „It’s Raining Again…: Bad Weather in Wernher Schodoler’s (jun.) diary.“

Dunkler Sinn

Dunkler Sinn. Mehrdeutigkeiten und poetische Dunkelheit in mittelhochdeutscher Kleinepik

Call for Papers

Panel auf dem 27. Deutschen Germanistentag (120 Min.): Themenbereich 1: Theoretische und methodische Zugänge, 25.–28. September 2022 an der Universität Paderborn

Konzept und Organisation: Dr. Mareike von Müller (Germanistische Mediävistik, Göttingen; Vorstandsmitglied von Brevitas. Gesellschaft zur Erforschung vormoderner Kleinepik e.V.)

Dunkle Metaphern, lebendige Sprichwörter und verselbstständigte Körperteile gehören zu den Absonderlichkeiten mittelhochdeutscher Kleinepik, deren notorisches Sinnproblem sich ganz wesentlich aus kunstvoll erzeugten Mehrdeutigkeiten speist. Viele Texte geben etwa vor, einen moraldidaktischen (Grubmüller 2006) oder praxeologischen Sinn (Hübner 2012) zu vermitteln, um dann auf inhaltlicher und diskursiver Ebene gezielt Störelemente zu installieren, die der Sinnproduktion entgegenlaufen. Der spezielle Reiz der Texte zeugt dabei allerdings nicht von Chaos oder Sinnlosigkeit (Haug 1993). Ihre ästhetische Eigenart beruht vielmehr auf dem spannungsvollen Gegeneinander sinnstiftender und sinnirritierender Komponenten.

Das Panel möchte Gelegenheit bieten, das wohlkalkulierte Changieren zwischen Sinnhaftigkeit, Mehrdeutigkeit und poetischer Dunkelheit genauer zu konturieren. Dabei wären die Strategien, die diesem Changieren zugrunde liegen, über das Wechselverhältnis von Rhetorik, Narration und Sinnbildung näher zu bestimmen. Die antike Rhetorik kennt Dunkelheit (obscuritas) als Fehler, den es zu vermeiden gilt, der aber in Ausnahmefällen der Dichtung als ornatus auch ästhetischen Zwecken dienen kann (Quintilian). Zugleich zeigen einige Texte Überschneidungen mit den Strategien des modernen Nonsens (Köhler 1989), der ähnlich wie antike Vorstellungen von obscuritas mit der Provokation von Mehrdeutigkeiten operiert. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Engführungen zwischen antiker Rhetorik und moderner Theoriebildung vielversprechend.

Die mhd. Kleinepik modelliert unterschiedliche Spielarten poetischer Dunkelheit auf begrenztem Raum und macht sie in prägnanter Weise anschaulich. Für das Panel werden daher Beiträger*innen gesucht, die das besondere Aufschlusspotential kleinepischer Texte für die Suche nach Strategien poetischer Sinnverdunkelung herausarbeiten. Mögliche thematische Schwerpunkte können a) auf den theoretischen und methodischen Voraussetzungen von Mehrdeutigkeit und Dunkelheit liegen (so wäre etwa zu fragen, wie sich Mehrdeutigkeit und Dunkelheit voneinander unterscheiden lassen, wie die historische Dimension poetischer Dunkelheit profiliert werden kann und welchen spezifischen Herausforderung eine mediävistische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex begegnen muss), b) die konkreten narrativen und rhetorischen Strategien zur Erzeugung von poetischer Dunkelheit herausarbeiten, welche in kleinepischen Texten Anwendung finden (Serialität, [Anti-]Pointe, dunkle Metaphorik u.a.) oder sich c) genretypischen Differenzen und Analogien widmen (wie wird Dunkelheit im Märe, Schwank, Spruch, Rätsel und der Legende erzeugt? Wo sind Interferenzerscheinungen zu beobachten?). Weitere Themenvorschläge sind sehr willkommen.

Erbeten werden Vorschläge für Vorträge (à 20 Min.) in Form von Abstracts (max. 300 Wörter) sowie eine Kurzbiographie (max. 400 Wörter). Beiträge von Nachwuchswissenschaftler*innen sind ausdrücklich erwünscht. Bitte senden Sie Abstract und CV bis zum 01. Juli 2021 vorzugsweise per Email an Mareike von Müller: mareike.mueller-von@phil.uni-goettingen.de oder mmuelle9@gwdg.de.

Workshop Temporal Communities – 18.-19.03.2021

Onlineworkshop über Zoom

Anmeldung: Bitte via E-Mail an: silvan.wagner@gmx.de

Programm-Flyer als pdf-Datei

Keynote-Vorträge:

  • Hans Jürgen Scheuer: Aus totem Holz ein grüner Trieb. Apokryphe Wege des Spiritualsinns in Kino und vormodernem Exempel am Beispiel von AaTh 763 (Schatzfinder morden einander)
  • Anita Traninger: Like a Rolling Stone: Baustellen und Bausteine von Temporal Communities

Impuls-Vorträge:

  • Martin Sebastian Hammer: »Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit« Zur ›temporal community‹ symbolischer Macht und (un)verhüllter Evidenz im ›Ritter unter dem Zuber‹ des Jacob Appet
  • Caroline Emmelius: Heiliges Blut und göttlicher Zorn. Die Erzählung von den Spielern von Willisau als Mirakel, Wunderzeichen und Exempel
  • Sina Kobbe: „Aber Lew sich anders bedacht“ (V. 82): Ein Blick auf die anderen Schwankromane
  • Natalie Mlynarski: Überlieferungserfolg durch Hybridität? Eine Analyse ausgewählter Überlieferungsträger des Bruder Rausch-Stoffs
  • Tina Terrahe: Blutsegen und Wurmexorzismen: Heil- und wundersame Kleinstepik mit großer Wirkung
  • Anna Mühlherr: O Maria hilf!
  • Sylvia Jurchen: Als Griffel verschweig ich den Autor. Der ‚Wunderdialog‘ des Caesarius von Heisterbach als gemeinschaftsstiftender Wechselgesang

 

Vormoderne Kleinepik basiert auf Bausteinen, die wesentlich kompakter sind als die aus ihnen zusammengesetzte Erzählung. Sie existieren als Varianten wiedererkennbarer Typen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten und lassen sich in diachronen Reihen anordnen. So systematisiert, können diese Bausteine analytisch in zweierlei Richtung genutzt werden: Entweder führen sie in ihren Überlieferungskontexten paradigmatisch zu konkreten Gebrauchssituationen zurück. Oder sie können syntagmatisch den Blick auf die jeweiligen Kombinationen von Bausteinen im Wiedererzählen desselben Stoffes lenken und damit auf ganz unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten. Solche Gefüge lassen sich als „temporal communities“ beschreiben. Ihr Potenzial für die kleinen Formen der vormodernen Literatur gilt es im Workshop auszuloten.

Temporal Communities in der vormodernen Kleinepik – Call for action. Workshop 18.-20.3.2021 (Berlin), Frist 31.08.2020

Vormoderne Kleinepik basiert auf Bausteinen, die wesentlich kompakter sind als die aus ihnen zusammengesetzte Erzählung: Motivische Schemata, argumentative Topoi, konsensstiftende Spruchformen oder performative Sprechakte und Gesten treten, sich überlagernd und ineinandergreifend, in einer epischen Einheit zusammen und erlauben zugleich die Zerlegung des Narrativs in nicht-narrative Segmente und Denkfiguren. Jene Bausteine sind nicht als Originale zu begreifen, sondern vielmehr als Fundstücke aus einem Repertoire mobiler sprachlicher Formeln und mentaler Vorstellungen. Sie existieren als Varianten wiedererkennbarer Typen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten und lassen sich mit Hilfe literaturwissenschaftlicher Repertorien (Motivindizes der Folktale- und Exemplaforschung, Fabelkataloge, Lexika und Handbücher der Gnomik sowie des Sprichwort- und Sentenzengebrauchs) in diachronen Reihen anordnen. 

So systematisiert, können diese Bausteine analytisch in zweierlei Richtung genutzt werden: Entweder führen sie in ihren Überlieferungskontexten paradigmatisch zu konkreten Gebrauchssituationen zurück. Deren Kartierung erlaubt es, anhand der Einbindung eines bestimmten Erzählbausteins in eine konkrete Geschichte aufzudecken, welche latenten Probleme unter dem Mantel des Erzählens durchgearbeitet werden. Oder sie können syntagmatisch den Blick auf die jeweiligen Kombinationen von Bausteinen im Wiedererzählen desselben Stoffes lenken und damit auf ganz unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, die das angewandte Kalkül im Wiedergebrauch bis zur völligen Inversion seiner Wirkung umwerten können. So wird sichtbar, dass es keine Realisationen gibt, die den Status einer ‚Urszene‘ oder ‚Geburtsstunde‘ beanspruchen könnten; stattdessen handelt es sich bei den Bausteinen kleinepischen Erzählens um narrative Gefüge, die sich an Keimen auskristallisieren, um über ganz heterogene Funktionalisierungen ihr imaginäres, rationales und mnemonisches Muster und dessen Wirkkraft über lange Zeiträume hinweg zu erhalten und für Aktualisierungen zu präparieren.

Solche Gefüge lassen sich als „temporal communities“ beschreiben: Sei es, dass sie sich wie die Warburgschen Pathosformeln als Stoffkomplexe durch die Zeit bewegen, sei es, dass sie in Sammlungen verwandter Formen thesauriert werden – stets geht es ihnen um die Fähigkeit, ihr Überleben zu sichern, sich gegen das Vergessen, gegen materielle Zerstörung, gegen konkurrierende Narrative durchzusetzen, indem sie sich in immer neue Kontexte einschreiben und aus der Spannung von Spruch und Widerspruch ihre Wirkung entfalten.

Entsprechend gehört es zur Aufgabe der Kleinepikforschung, sich über die Analyse von Typenreihen, Variantenbildung, Umschrift- und Umwertungsprozessen Aufschluss über das Potential kleiner Formen zu verschaffen. Das kann nur durch einen komparatistischen Ansatz gelingen: durch vergleichende Lektüren, die über Sprachgrenzen hinweg, transkulturell, transepochal und transdiskursiv angelegt sind. Das Konzept der „temporal communities“, übertragen auf wandernde Stoff- und Motivverbünde, kann hier produktiv gemacht werden und traditionelle Forschungsansätze grundsätzlich revidieren, die nach „sources and analogues“ fragen und Quellen oder Einflüsse im Horizont eines rein linearen Zeit- und Traditionsverständnisses benennen wollen. In diesem Zusammenhang drängen sich eine Reihe von Fragen auf, mit denen sich der Workshop auseinandersetzen soll:

  1. Wo und wie bilden sich jene textuellen ‚temporal communities‘ aus?
  2. Wie lassen sich die divergierenden Aspekte der Gemeinschaftsbildung, ihre textuelle und ihre soziale Dimension, miteinander vermitteln?
  3. Welche Rolle spielt dabei die durchaus problematische, zugleich aber unentrinnbare Dichotomie von Inhalt und Form bzw. diejenige von Text und Kontext?
  4. Welche Rolle spielt die Materialität der Überlieferung bei der Reihenbildung, etwa die Existenz von Sammelhandschriften oder die Konstruktion von Erzählrahmen? Dazu können auch andere, pragmatische Ordnungsdimensionen zählen wie Skriptorien, Bibliotheken, Offizinen oder städtische Gruppen- und Interessenbildung etc.
  5. Wieweit und in welcher Form spiegelt sich auf den unterschiedlichen Ebenen der Reihenbildung ein Bewusstsein veränderter literarischer Optionen und Komplexitäten (etwa in Erzählerkommentaren, Paratexten, Manuskript- oder Druck-Layout, Illustration etc.)?
  6. Welche Bewegungsmuster und Strategien der Proliferation, des Überdauerns oder des „Nachlebens“ lassen sich über die longue durée der Tradition hinweg beschreiben? Gibt es innerhalb solcher Bewegungsmuster Erklärungen für Phasen anhaltender Latenz und plötzlicher Emergenz der genannten kleinepischen Kalküle, Erzählkerne oder Plots?

Im geplanten Workshop, der vom 18.03. bis zum 20.03.2021 an der HU Berlin stattfinden soll, gilt es, diese Fragenkomplexe an konkreten Beispielen zu diskutieren, damit die kleinepischen ‚temporal communities‘ auf induktivem Wege fassbar und beschreibbar gemacht werden. Der Workshop bringt nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Literatur- und Kulturkreise zusammen, sondern verfolgt auch das Ziel, mit der wissenschaftlichen Gesellschaft ‚Brevitas‘ und dem Graduiertenkolleg ‚Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen‘ der HU Berlin zwei junge Institutionen zur Erforschung der Kleinepik zusammenzuführen und nachhaltige Forschungskooperationen gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs vorzubereiten. Der Workshop findet in Kooperation mit dem Exzellenzcluster der FU Berlin ‘Temporal Communities’ im Rahmen der Berliner University Alliance statt.

Der Workshop dient zudem der Vorbereitung des zweiten Bandes der Schriftenreihe ‚Brevitas‘, die als Sonderreihe der BmE lanciert ist. Zu diesem Zweck bitten wir Mitglieder von ‚Brevitas‘, des Exzellenzclusters ‚Temporal Communities‘ und auch nicht-assoziierte Interessentinnen und Interessenten um die Einsendung eines Abstracts für einen Beitrag im Band ‚‚Temporal Communities‘ in der vormodernen Kleinepik‘. Diese Abstracts werden den Teilnehmenden des Workshops zugänglich gemacht und dienen – neben ausgewählten Primär- und Sekundärtexten – als gemeinsame Diskussionsgrundlage. Auf ihrer Basis erfolgt wiederum eine Auswahl, die in 10-minütigen Impulsvorträgen für den Workshop ausgeformt und dort ausführlich diskutiert werden. Ziel des Workshops ist es, in der gemeinsamen Arbeit an den Fragestellungen des Calls und den diversen Ansätzen der Abstracts einen Sammelband zu kleinepischen ‚Temporal Communities‘ vorzubereiten, der sich auf diesem Wege durch eine größere thematische Kohärenz auszeichnen soll, als dies bei einem herkömmlichen Tagungsformat der Fall sein könnte. Besonders möchten wir zu fächerübergreifenden Koautorschaften aufrufen, um die für das Thema wichtige transdisziplinäre Expertise zu fördern.

 

Bitte reichen Sie bei Interesse bis zum 31.08.2020 (verlängerte Frist) folgende Unterlagen ein (Silvan.Wagner@uni-bayreuth.de):

  • Ein Abstract für einen wissenschaftlichen Aufsatz zu einer Textreihe aus dem Bereich der vormodernen Kleinepik (max. eine Seite)
  • Ein Datenblatt zur verwendeten Primärtextbasis, das folgende Fragen möglichst prägnant beantwortet:
    • Welche Texte bilden die Textreihe?
    • Auf welcher Ebene findet die Reihenbildung statt; inwiefern ist die Primärtextbasis eine Reihe?
    • Was ist das eigene Forschungsinteresse, das an diese Textreihe angesetzt wird?

Die Struktur des Datenblatts ist zugleich ein Gliederungsvorschlag für die 10-minütigen Impulsvorträge. Nach Möglichkeit sollen für die ausgewählten Vortragsdiskussionen auch die jeweiligen Textreihen allen Workshopteilnehmenden zur Verfügung gestellt werden.

Reise- und Übernachtungskosten der Beitragenden werden übernommen.

Grenzüberschreitungen in vormoderner Kleinepik

Grenzüberschreitungen in vormoderner Kleinepik. Onlinekonferenz der Gesellschaft Brevitas in Zusammenarbeit mit der MHDBDB am 07.07.2020


In vormoderner Kleinepik scheinen Grenzen dazu bestimmt zu sein, überschritten zu werden: Grenzen werden in Mären, Legenden, Parabeln etc. regelmäßig in kürzester Zeit aufgebaut, überschritten, zerstört und wiedererrichtet. Ein zentraler Effekt dabei ist, dass Grenzen und ihre Funktionalität und Dysfunktionalität beobachtbar werden. Die vormoderne Kleinepik zieht ihre Grenzlinien weit verteilt: Sie unterscheiden Mensch und Gott, Mann und Frau, soziale Stufen, gutes und schlechtes Verhalten, Form und Bedeutung etc. Die einzige Gemeinsamkeit ist zunächst, dass die voneinander abgegrenzten Aspekte zugleich intensiv enggeführt werden, wodurch sie zwischen Abstoßung und Verschmelzung oszillieren.
Die wissenschaftliche Gesellschaft Brevitas veranstaltet zusammen mit der MHDBDB ihre beiden ursprünglich für den IMC Leeds 2020 geplanten Sessions zum Thema „Border crossing in Medieval short narratives“ als Onlinekonferenz, deren interaktiver Teil am 7. Juli zwischen 13.30 und 16.00 Uhr stattfinden wird. Diese virtuelle Konferenz hat folgende Form: Im Vorfeld produzieren die Beiträgerinnen und Beiträger Vortragsvideos von etwa 20 Minuten Länge, die eine Woche vor dem Konferenztermin online verfügbar sind. Teilnehmende an der Konferenz können sich diese Vortragsvideos im Vorfeld ansehen; am Konferenztag werden alle Beiträge in je 20-minütigen Zeitslots über ein Zoom-Meeting diskutiert.
Folgende Vorträge werden auf Deutsch gehalten werden:

  • Raoul Du Bois: „New Moon on Monday: Crossing Boarders printed Lunation Tracts“
  • Marie-L. Musiol: „Fragmentations and the Desire of the Text: Bodily Boundary Crossings in Medieval Short Epic Tales“
  • Laura Stortz: „Hagiographic formula and the recipients‘ choice. Stricker’s ‚Eingemauerte Frau‘“
  • Silvan Wagner: „Wine as differentiator and leveller: The puzzeling function of wine in early modern ‚Weingrüße‘“
  • Katharina Zeppezauer-Wachauer: „Crossing the border: The grotesque body in Middle-high German short epics“

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 01. Juli für die Onlinekonferenz anzumelden (Silvan.Wagner@gmx.de).

Prägnantes Erzählen

Gründungstagung Brevitas – Gesellschaft zur Erforschung vormoderner Kleinepik

Vom 04. bis zum 06. Oktober 2018 fand im Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus in Darmstadt die Tagung „Prägnantes Erzählen“ statt, die von Friedrich Michael Dimpel, Lydia Merten, Mareike von Müller, Nina Nowakowski, Patrizia Barton und Silvan Wagner veranstaltet und von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert wurde. 

Auf der Tagung wurde das Phänomen der Prägnanz in seiner Bedeutung für vormoderne Kleinepik kritisch diskutiert mit dem Ziel, neue theoretische und methodische Ansätze zur Kleinepik zu entwickeln.

Die Ergebnisse der Tagung werden in Brevitas-Zeitschrift für vormoderne Kleinepik veröffentlicht.

Tagungsprogramm: 

Michael Waltenberger (Keynote): Bedeutungsschwangerschaften: Zerstreute Anmerkungen über die Struktur narrativer Pointierungen

Silvan Wagner: Keimzellen für moralischen Sinn: Prägnantes Erzählen in Johannes Paulis Schimpf und Ernst

Margit Dahm-Kruse: Prägnante Kombinatorik in der Überlieferung – zum poetologischen Potential des Textarrangements in kleinepischen Sammelhandschriften

Michael Schwarzbach-Dobson: Kombination, Argumentation, Variation. Zum Potential prägnanten ‚Neu-Erzählens‘ am Beispiel der Fabel Befreite Schlange, Mann und Fuchs

Anna Brasch: „[D]aß wir […] kein einziges Wörtlein vergeblich einzurücken / umb dem Leser durch einen eytlen Wörter-Pracht nicht einen Eckel zu veruhrsachen“ Zur Profilierung ‚curieusen‘ gegenüber ‚galanten‘ Erzählens im Sammelschrifttum der Frühen Neuzeit [1650 – 1730]

Hans Jürgen Scheuer: Das Martiniloben. Zur Prägnanz der Heiligenvita beim Stricker und bei Boccaccio

Daniel Eder: Prägnanz und Heiligkeit. Narratologische und rezeptionshermeneutische Überlegungen zur Legendarik (am Beispiel der Gangolf-Erzähltradition)

Nina Nowakowski: Personelle Prägnanz. Zur szenischen Zweiheit als Prinzip kleiner Reimpaardichtungen

Rebekka Nöcker: Kriterien der Prägnanz von Sprichwort und Sentenz

Harald Haferland: Wahrscheinlichkeit im Märe

Anna Mühlherr: Prägnanz der Dinge: Die Nüsse und der Entlaufene Hasenbraten

Patrizia Barton: Prägnanz und Intertextualität in der Liebestoderzählung Pyramus und Thisbe

Stefan Abel: Prozesse narrativer Verdichtung in Alexanders von Roes ›Pavo‹ und in den Ausformungen des Stoffes vom ,schlafenden Ritter‘: Le chevalier qui recovra l’amor de sa dame‹ und Moriz von Craûn

Marie-Luise Musiol: Räumliche Verdichtungen. Transgressive Effekte prägnanten Erzählens

Friedrich Michael Dimpel/Martin Hammer: Prägnanz und Polyvalenz – Rezeptionsangebote im Klugen Knecht und im Schneekind

Call for Papers